Fuck you, Linkspartei!

Ich will wieder in den Spiegel schauen können
- Realsatire / eine Schmähschrift -

Austritt aus der Linkspartei

Liebe Partei DIE LINKE,

mit diesem Schreiben verlasse ich euch und erkläre mit sofortiger Wirkung meinen Austritt aus der Partei – nach über 12 Jahren teils sehr intensiver Mitgliedschaft. Die Zeit mit euch seit dem 21.10.2004 hat mich geprägt, mich zu einem besseren Menschen gemacht und politisch extrem weitergebildet. Die Mitgliedschaft in der Linksjugend [’solid] bleibt bis auf weiteres bestehen und aktiv. Der euch vorliegende Brief ist öffentlich zugänglich.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Es reicht! Mir fallen nur beschissene Landesverbände ein. Ihr seid abgesehen von einigen positiven Ausnahmen und abgesehen von Teilen des Parteiprogramms in der Gesamtheit einfach nicht links. Ihr kriegt es nicht auf die Reihe, Leuten wie Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht oder Diether Dehm aufgrund rückwärtsgewandter Inhalte die Tür zu zeigen. Eure Landtagsfraktion in Brandenburg geht tatsächlich durch die Falltür, nicht befinden zu wollen, dass Afghanistan unsicher ist.

Ramelow begründet Abschiebungen mit Sachzwängen, in Berlin hat ein Teil von euch ja schon als PDS bewiesen, wie man im öffentlichen Dienst Stellen abbaut und Gehälter kürzt – um gleichzeitig streikenden ÖD-Angestellten Solidaritätsbekundungen zu schicken. Wäret ihr euch an deren Stelle nicht verarscht vorgekommen? Bei der Fußball-WM in Brasilien habt ihr über ein WM-Tippspiel Mitgliederwerbung betrieben, statt an der Seite von Menschenrechtsorganisationen Menschenrechtsverletzungen beim Stadienbau anzuprangern, was man von vermeintlichen Weltverbesser*innen nicht nur hätte erwarten können, sondern was deren verdammte Pflicht ist.

Lafontaine bleibt? Fein, dann geh eben ich

Mein Ausschlussantrag gegen Lafontaine, den wir als Landessprecher*innenrat der Linksjugend [’solid] Baden-Württemberg gestellt haben? Statt ihn wegen offensichtlichem, regelmäßig geäußertem Rassismus mal an die Kandare zu nehmen, kürzte die Bundestagsabgeordnete Heike Hänsel der Linksjugend BaWü vorübergehend Gelder, nachdem wir uns entschieden, gegen Rassismus in den eigenen Reihen vorzugehen. Der Typ darf sich immer noch im AfD-Jargon äußern und dann behaupten, dass Querfrontkampagnen gegen DIE LINKE gefahren würden, während seine Pressemeldungen tatsächlich nichts weiter als Querfröntelei sind. Er und Wagenknecht betreiben den AfD-Volkssport „Provozieren – Reaktionen abwarten – Zurückrudern“ par excellence, gelegentlich garniert mit einem haltlosen „Lügenpresse“-Vorwurf. Warum ich das für kurzsichtig, rassistisch und dumm halte, habe ich im Auftrag der Linksjugend BaWü mehrfach seitenweise beschrieben – den Sermon spare ich mir also.

Mehr Mut zur besseren PR-Arbeit, gern auch auf Grundlage des Parteiprogramms

Statt für Geflüchtete mal ernsthaft Positionen zu beziehen und rundum fundierte, geflüchtetenfreundliche Positionen zu kommunizieren, glänzt eure PR-Arbeit vor allem mit Fehltritten dieser zwei Parteipromis – und seien wir ehrlich: Mehr als diese beiden und Gysi kennt niemand. Da wären wir beim nächsten Problem: Könntet ihr endlich mal Breitentalentförderung betreiben statt auf drei Promis zu setzen, oder ist das schon zu kommunistisch? Ihr habt mit Frank Tempel oder Luise Neuhaus-Wartenberg wahnsinnig fähige Leute in euren Reihen. Mir fallen noch mehr ein. Es liegt allein an eurer desolaten Pressearbeit, ja eurer Angst vor zu viel Aufmerksamkeit, dass die niemand kennt.

Bleiben wir bei PR-Arbeit: Ich möchte eine linke Partei, bei der man eine Kampagne sieht und sich denkt: „Woah geil, genial, Klasse, kann’s kaum erwarten.“ Ich kann mich an kaum ein Kampa-Design erinnern, für das ich mich nicht fremdgeschämt hätte. Bestes Beispiel ist das Video zur Landtagswahl Baden-Württemberg 2016: Mir fehlt der verbale Vergleich dafür, wie grausig ich es fand. Bei der Ästhetik frage ich mich bis heute, wie ich meinen Weg in die Wahlkabine gefunden habe, um euch meine Stimme zu geben.

Die Katzenantifa hat ein Gewissen, Oskar!Ich hab nichts gegen Gewerkschafter*innen, aber …

Weitere Baustellen: Wenn das nächste Mal ein DGB-Gewerkschafter auf einem Landesparteitag (so geschehen in BaWü im Dezember 2014) erzählt, dass er die Mindestrente von 1000 Euro der LINKEN für zu hoch hält und 600 Euro für angemessen verkauft, da er findet, dass „Menschen, die systemtreu waren, auch belohnt werden sollten“ (wörtlich, diesen Satz habe ich mir gemerkt), gehört der Mensch noch im Workshop bei Seite genommen. Es kann nicht wahr sein, dass ich auf einem LINKE-Parteitag noch Dutzenden von LINKE-Mitgliedern erklären muss, warum dieser Satz aus historischer Sicht so antiemanzipatorisch und so abstoßend ist wie das Frauenbild von Mario Barth.

Man könnte die eigene Stiftung auch ernst nehmen

Das führt mich zum nächsten Thema: DIE LINKE ist durchsetzt von Machtstrukturen weißer, heterosexueller, mitteleuropäischer Männer. Nun kann ich mich von weiß, männlich, heterosexuell, mitteleuropäisch schlecht freisprechen. Ich nehme für mich jedoch in Anspruch, ein Gespür für die Belange von vermeintlichen Minderheiten entwickelt zu haben, ganz einfach weil diverse Diskriminierungsmechanismen auch auf mich zutreffen. Bitte, liebe LINKE: Ihr habt die parteinahe Rosa-Luxemburg-Stiftung im Hintergrund, von ihr kommen viele großartige Analysen. Diese sollten manche LINKE auch ab und an lesen und verinnerlichen. Damit sind auch Abgeordnete wie Sahra Wagenknecht oder Diether Dehm gemeint.

Während die Fraktionschefin Quatsch über Geflüchtete erzählt, darf der Exliedermacher sich mit Deutschlandfähnchen zur Fußball-WM auf Facebook feiern. Dass Nationalstolz und Nationalismus Hand in Hand gehen, hat die Stiftung in mehreren Veröffentlichungen wissenschaftlich herausgearbeitet. Es wäre hilfreich, wenigstens die Überschriften zur Kenntnis zu nehmen.

Noch einmal zurück zu weißen, männlichen Mitteleuropäern: Es ist einfach scheiße, wenn ich auf LINKE-Parteitagen darum bangen muss, als Veganer etwas zu essen zu bekommen und sich jedes Mal gegen „männliches“ Fleischfressverhalten erst durchsetzen zu müssen. Ich habe definitiv kein gutes Verhältnis zu Tieren, aber ich fresse auch keine Menschen, die ich nicht mag und will mich nicht jedes Mal dafür rechtfertigen müssen, dass ich das kleine bisschen Umweltschutz versuche zu betreiben, das ich damit versuche zu betreiben.

Veganismus: Solidarität muss praktisch werden

Als Linke mit Zukunftsvisionen sollten wir eher nach weniger Tierprodukten streben, als uns mit Walfleisch auf dem Teller in Finnland ablichten zu lassen (dies basiert tatsächlich auf einer realen Begebenheit und es hat mich dann doch geschockt, dass ausgerechnet ein guter Freund in der Partei damit posieren musste). Wenn uns der Planet etwas wert ist, sollte der ein oder andere Mann (gerne auch Frau) auch mal zu etwas veganem greifen, das nicht „Bier“ heißt – p.s.: Ich liebe Bier!

Es reicht nicht, Niemöller nur zu zitieren

Männlichkeitsideale Absatz 3: Die sehe ich in jedem schlechten Hollywood-Streifen. Wenn Weltfrauentage und Besuche bei Chistopher-Street-Days nicht zur Feigenblattveranstaltung für DIE LINKE verkommen sollen, sollte sie bei ihren Mitgliedern dafür sorgen, dass Homo-, Bi-, Trans-, Intersexuelle und Transgender, etc. nicht durch die Bank weg mit schiefen Augen angeschaut werden. It’s not okay being a dick! (frei übersetzt: Es ist nicht okay, ein Dödel zu sein)

Das mag als Nebenkriegsschauplatz daherkommen, ist es aber nicht. Ich will damit sagen: Jeder Mensch ist in dieser Welt einer Form von Diskriminierung ausgesetzt, die irgendwie auf ihn*sie zutrifft – wunderschön beschrieben in Martin Niemöllers „Als die Nazis die Kommunisten holten“. Jenes Gedicht wurde für mich zur persönlichen Handlungsmaxime. Es wird allzu oft auch auf antirassistischen Kundgebungen rezitiert, auf denen auch viele LINKE-Mitglieder zugegen sind. Die Message: Jede Form der Diskriminierung kann irgendwann dazu führen, dass staatliche und/oder gesellschaftliche Repression aufs Brutalste zuschlägt. Jede*r kann jederzeit davon betroffen sein. Der Lehre aus dem Gedicht wird DIE LINKE mitnichten gerecht. Sie sollte – von der Basis bis zur Ebene der Funktionär*innen – stattdessen dafür sorgen, dass dieser Grundsatz sofort klar ist und verinnerlicht wird – dann klappt’s vielleicht auch mit dem großen Ziel, die Hartz-Gesetzgebungen endlich rückgängig zu machen.

Kann die Debatte ums Grundeinkommen wirklich sooo schwer sein?

Liebe LINKE, dies sind nur Bruchstücke. Es gäbe so viel zu erzählen und zu schreiben, was bei euch im Argen liegt. Allein die Tatsache, dass mir von coolen, etwas prominenteren Mitgliedern nur zwei FDSler*innen einfallen und ich weite Teile des Parteiflügels FDS echt verabscheue, gibt mir zu denken. Ebenso der Punkt, dass ihr Hartz abschaffen wollt, aber keinen Peil davon habt, ob ihr den Ersatz dann „bedingungsloses Grundeinkommen“ nennen wollt oder nicht. Die Frage, wie ihr friedliche Politik machen wollt, ist auch nicht geklärt – dann kam eben leider Rojava (ja, das hat auch mich ins Grübeln gebracht bei meinem ursprünglichen Hardline-Antimilitarismus). Die Bewegung gegen den IS in Rojava ist unterstützenswert, die Rechte von Minderheiten werden dort, so gut es geht, gegen die Ideen der Menschenhasser*innen des IS verteidigt. Antimilitarismus geht hier natürlich an der Realität vorbei.

Von Gimmicks, die nicht halten ...Ihr lasst potenzielle Mitstreiter*innen links liegen

Das sind Fragen, die ich zunächst nicht als Mitglied eurer Partei für mich klären werde. Einer Partei, die so unattraktiv ist, dass linke, äußerst fähige, feministische, antifaschistische Auszubildende und Studierende aus den Uni-ASten meist keinen Weg in euren Verein finden. Ihr verspielt damit Potenziale von Menschen, die so nach ihrem Studien- und Berufsabschluss in der Erwerbsarbeit versacken statt mit euch für eine menschlichere Gesellschaft zu streiten. Können sie ja bei euren festgefahrenen, hierarchischen Strukturen gar nicht.

Potenziale, die meines Erachtens weit größer sind als rassistisch motivierte AfD-Protestwähler*innen durch Lafontaine-Wagenknecht-PMs wiedergewinnen zu wollen. Aufklärung wäre, das Gegenteil zu versuchen. Durch solche Pressemeldungen sowie euer Handeln habt ihr das Problem, dass Rassist*innen das rassistische Original wählen und geflüchtetenfreundlich eingestellte Menschen nicht mehr wissen, wofür die angeblichen Weltverbesser*innen eigentlich stehen – für eine bessere Welt jedenfalls nicht.

Ab sofort kaufe ich wieder Kulis

Ich trete aus, weil ich den Karren für zu tief im Dreck halte. Ich hoffe, dass irgendjemand in dem Laden die Botschaft versteht. Dies richtet sich ausdrücklich nicht gegen alle Mitglieder in der LINKEN, dazu habe ich zu viele großartige Menschen dort kennengelernt. Doch die Gesamtsituation, diese Arschlastigkeit, mit wirklichem Mist reinen Tisch zu machen, die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit rechtfertigt meinen Verbleib einfach nicht. In der politischen Bedeutungslosigkeit kann ich auch ohne LINKE-Mitgliedschaft verharren.

Kurz: Der einzige Nachteil, den ich vom Austritt habe, wird sein, dass ich meine Feuerzeuge und Kugelschreiber wieder selbst finanzieren muss. Aber die Kulis von der LINKEN halten eh nie länger als zwei Wochen.

Mit lieben und solidarischen Grüßen
Ryk Fechner
Heidelberg, den 19.03.2017

P.S.: Das Thema Antisemitismus in der Linkspartei habe ich nicht mehr untergebracht. Tut aber nicht so, als wäre das kein Thema.

P.P.S.: In den Kommunen gibt es tatsächlich einige Lichtblicke in der Linkspartei.

Zusätzliche Erklärung zum Austritt

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24 Antworten auf „Fuck you, Linkspartei!“


  1. 1 Arne Ruppach 19. März 2017 um 15:12 Uhr

    Schade das du Die Linke verlässt, wenn wir so weitermachen wirst du längst nicht der letzte sein der aus diesen Gründen geht.

    Vielen Dank für jahrelange, teils sehr erfolgreiche antifaschistische Arbeit.

    Danke für die Arbeit als Landes-Pressesprecher, für die zahlreichen Vorträge, für die kompromisslose Haltung(ausser beim antimillitarismus ;) und für deinen Einsatz in den Verhandlungen um Wohnraum und Arbeitsrecht für Geflüchtete

    Arne

  2. 2 Marcus Schmitt 19. März 2017 um 15:41 Uhr

    Super auf den Punkt gebracht! Und ja: Die Linkspartei hat fähige Leute, z.B. Wissler oder Kipping, überhaupt die emanzipatorische Linke. Mit wirtschaftlich Linken und gesellschaftspolitischer Querfront sollte man aber eben nichts zutun haben! Da ist mir selbst eine „gemäßigte“ Linke lieber als so Leute wie Wagenknecht, Dehm etc.

  3. 3 anonym 19. März 2017 um 19:56 Uhr

    In der palamentarischen politik gibt es keine hoffnung auf emanzipatorische praxis.

    Die Linke ist nicht links

    Die Grünen sind nicht grün

    Der Rest ist ganz offen scheiße

    Ungültig wählen ist das einzige was für Menschen mit freiheitlichen, sozialen Gedanken vertredbar ist.

    Kapitalismus ist das Problem…

  4. 4 Andreas 19. März 2017 um 23:13 Uhr

    Interessant. Da gibt es im linken Lager mal ehrliche Leute, die eine offene, auch kritische Debatte über die Flüchtlingsfrage führen wollen – schon laufen die Leute weg.Wann wird die Linke endlich ehrlich werden und offen sagen, dass es nicht geht, dass 60 Millionen Flüchtlinge nach Europa kommen können? Es ist eigentlich gut, wenn die kleinen süßen Kinder der Antifa die Linke verlassen, dann können endlich Konzepte diskutiert werden, die das Sterben in den Meeren endlich beenden.

    Antwort/Ryk: Ich weiß nicht, was du unter einer ehrlichen Debatte verstehst. Wenn deine ehrliche Debatte davon ausgeht, dass 300 Millionen Europäer*innen eben ein Recht auf die Sonnenseite des Lebens hätten und andere, die wo anders geboren sind, eben Pech hätten es und das dann auch noch „links“ nennst, hast du was Grundlegendes nicht verstanden. Für globale Abrüstung einzutreten und gleichzeitig Schutz vor Ausbeutung, Krieg. Vertreibung, Hunger, wirtschaftlicher Misere zu geben, das muss möglich sein im 21. Jahrhundert. Und eine Nachfrage sei noch gestattet: Wenn wir Leuten sagen, dass wir nicht alle aufnehmen können, das beendet dann das Sterben im Mittelmeer. Wie? Diese Behauptung erschließt sich mir nicht.

    Und: Was ist dein Problem mit der einen Million, die bereits da ist? Fährt dein Bus nicht mehr pünktlich, wenn du auf Arbeit musst? Musst du seitdem dein Auto öfter beim TÜV vorfahren? Schmecken die Kartoffeln jetzt anders? Bitte, was hast du wirklich seit 2015 für Veränderungen gespürt? Schlechte Tarifabschlüsse gab’s auch vorher schon. Politik gegen die Interessen lohnabhängiger Beschäftigter wurde vor 2015 ebenso betrieben.

    Bernie Ecclestone hat doch auch niemand aus Europa geschmissen, obwohl er dort mit den Rennlizenzen der Formel 1 ungefähr 20 Städte finanziell ausgesaugt hat mit einem Sport, der nichts bringt, außer mir seit 1994 meinen Sonntag zu versüßen. Warum sollte ich dann Geflüchteten sagen, dass sie gehen sollen?

  5. 5 Hannes Ehrlich 20. März 2017 um 5:31 Uhr

    Dein Wunsch nach einer widerspruchsfreien Linken verbindet dich mit dieser Partei, weshalb dein Wiedereintritt nur eine Frage der Zeit ist, in Abhängigkeit vom Grad der Ent-täuschung. Auch die Linkspartei ist eine Systempartei, und ihre Systememanzipation wird und muss sich an einem Engagement für eine starke außerparlamentarische Oppositionsbewegung beweisen.

    Antwort/Ryk: Ich habe direkt an DIE LINKE geschrieben, dass ein Wiedereintritt jederzeit denkbar ist. Das wären für mich grob 80 Prozent der von mir selbst vertretenen Standpunkte, tausendprozentig müsste jedoch Antirassismus dabei sein. Was deine Einschätzungen zu außerparlamentarischen Bewegungen betrifft, gebe ich dir Recht: Deswegen moniere ich ja die Aktion zur Fußball-WM in Brasilien so vehement, weil man dort den Anschluss an NGOs und APOs vollends verrafft hat.

  6. 6 Walter Hoffmann 20. März 2017 um 12:10 Uhr

    Sehr gut auf den Punkt gebracht, warum Menschen, die den Kapitalismus als die wichtigste Ursache für das Elend in der Welt erkannt haben, in der systemtreuen, auf Wählerstimmen fixierten Linkspartei keine politische Heimat finden können.
    Würde die LINKE ausschließlich für die strikte und globale Einhaltung der Grund- und Menschenrechte kämpfen, könnte sie der parlamentarische Arm einer Milliarden Menschen umfassenden weltweiten APO werden und müsste nicht in deutschnationaler Parteipolitik degenerieren.

  7. 7 Ehemaliges Mitglied aus Bayern 20. März 2017 um 12:16 Uhr

    Ich kann die Kritik bedingungslos unterschreiben.

    Nie, Nie im Leben hätte ich so viel Rassismus,Sexismus,Verachtung für Arbeitslose,Homophobie usw.
    in einer linken Partei erwartet.
    Ich hatte das Gefühl, ich bin in NPD oder ähnliches gelandet.

    Ich hatte Mitte Juli 2016 eine tote Ratte mit meinen Namen vor der Tür, weil ich die Linke Passau dafür kritisiert hatte, dass sie sich geweigert haben einen Schwarzafrikaner aufzunehmen, weil er ein Neger ist(„Was würden die Leute blos sagen usw“ waren deren Sprüche) und weil ich das Dossier über M.P angesprochen habe (das war ein Teil eines offiziellen Schreiben der Linke Passau an meinen Kreisverband, warum wir M.P und seinen Vater nicht aufnehmen sollen, Seinen Vater haben sie gleich in Sippenhaft genommen).

    Zeigt gut das „Niveau“ in der Linke Bayern und warum ich vor über 3 Jahren ausgetreten bin.

    Dabei bin ich gut davongekommen, wenn ich an zerstochende
    Autoreifen oder gelockerte Radmuttern bei Autos denke,
    Anschwärzen bei Behörden/Presse, man sei Linksradikal,
    Terrorist,Kommunist usw.
    (Alles völlig normal in der Linke Bayern)

    Ich bin „nur“ körperlich wg. meiner Austrittserklärung von einem Klaus Ernst Fan bedroht worden.

    Bei einem Landesparteitag durfte ich anhören:
    Schleich Dich gefälligst, Du hast in unserer Partei
    nichts zu suchen.
    Und das alles, weil ich gegen Anträge gestimmt habe,
    die offen gegen Gesetze verstoßen.

    Die „Gewerkschaftler“ wie Klaus Ernst,Harald Weinberg usw. und ihre Mitarbeiter haben durch erfundene Mitglieder und Rausmobben aller, die nicht auf Linie sind, sich die Macht ergaunert.
    Die Ansichten dieser rechtsradikalen Gang lassen mich immer erschaudern. Die passen echt perfekt zur AfD.

    Seit die Linke 2014 für den Stadtrat in meinen Wohnort
    mit den Parolen „Frauenwahlrecht abschaffen“ und „Asylantenheim abfackeln“ kandidiert hat, sage ich lieber nicht mehr, dass ich da Mitglied war. Das alles ist einfach nur scheise und traurig.

    Mit welchen Stolz durch die Listenkombination mit der Piratenpartei die Frauenquote ausgehebelt wurde,
    ist dabei eine Randnotiz.

    Zum Glück ist die Stadtratsliste mit 15
    (in Worten fünfzehn) Unterschriften bei 13 Kandidaten nicht
    zugelassen worden.

    Auf Platz 3 der Bundestagsliste der Linke Bayern zur BTW 2017 ist jetzt die Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Nestle, die sich für urlinke ? Themen wie die Privatisierung der Wasserversorgung einsetzt.

    Mir ging und geht es wie die Tieren am Schluß des Buches „Farm der Tiere“, ich sehe keinen Unterschied zwischen der AfD und der Linkspartei Bayern.

    Und wenn Klaus Ernst & Co an die Macht kommen, werde ich echt auswandern müssen…

  8. 8 Kurt Quenzel 20. März 2017 um 14:33 Uhr

    Da liegst Du sicher ein bißchen falsch mit der Aufzählung mit Dingen mit denen Du nicht einverstanden bist. Wagenknecht und Dehm sind übrigens spritze.

    Antwort/Ryk: Na dann viel Spaß, deine Messiasse und die richtige Religion gefunden zu haben.

  9. 9 Uwe Mähler 20. März 2017 um 17:23 Uhr

    Tja, wenn einem was nicht passt, verlässt man die Partei, die man eigentlich für alternativlos hält? Wo kommen wir denn hin, wenn jeder hinschmeißt, nur weil ihm eine bestimmte Nase nicht passt. In jeder Partei hat man mit Menschen zu tun, mit denen bzw. mit deren Positionen man sich nicht identifizieren kann, aber dann muss man die innerparteiliche Auseinandersetzung gehen und nicht wie ein Kleinkind das Feld räumen. Guten Weg dann noch……..
    Du willst also eine 100% politisch korrekte Partei haben und wer entscheidet darüber? Du? Mit 18 habe ich auch noch so gedacht, aber in einer Partei muss man für Mehrheiten streiten. Das wird hoffentlich auch so bleiben? Wie sähe denn dann sonst die Meinungsbildung aus?

    Antwort/Ryk: Siehe meine Antwort zu Hannes Ehrlich. Ansonsten: Ich bin es gewohnt, mich mit Leuten zu umgeben, die nicht in allen Punkten meine Meinung teilen und weiß, dass das insgesamt auch sehr viel verlangt ist. Das einzige, was ich verlange ist, dass die Grundausrichtung stimmt – und DIE LINKE hat es da versäumt, von der Gysi-Wagenknecht-Lafo-Show hin zu einer Breitenorganisation zu werden, obwohl die Ansatzpunkte dafür dort lange bekannt sind.

    Ach nein: Ich räume nicht einfach das Feld, dazu liebe ich das Betätigungsfeld „ewiger Weltverbesserer“ zu sehr. Ich habe nur befunden, dass ich nicht länger in den Spiegel schauen kann, während ich tatsächlich Refugees im Freundeskreis habe und die Partei, wenn es drauf ankommt, sich nicht eindeutig auf die Hinterpfoten stellt und sagt: „Hey, nehmt mal ein Geschichtsbuch in die Hand und hört auf, die Interessen von Geflüchteten, Arbeitslosen und lohnabhängig Beschäftigten gegeneinander auszuspielen, das Interesse nach einem menschenwürdigeren Leben frei von Ausbeutung sollte der gemeinsame Ansatzpunkt sein“ – und das wäre 2015 verdammt wichtig gewesen. So viel marxistischer Grundstock ist doch auch bei Bernie Sanders vorhanden.

  10. 10 John 20. März 2017 um 19:12 Uhr

    Schon diese Rhetorik ala Geflüchtete…
    Du gehörst augenscheinlich zu den Realitätsverweigerern. Hauptsache links und vegan, völlig egal, wenn der Rest das nicht stemmen kann…
    Ist das denn links?

    Antwort/Ryk: Na ja, Realität heißt irgendwie immer die „Realität“ und die Wahrnehmung der eigenen Wähler*innenschaft zu befriedigen. Die Realität derer, die nicht wählen dürfen, tritt dabei in den Hintergrund. Ob du das nicht stemmen kannst, dass ich es meide, Tiere zu essen, weiß ich nicht. Jedenfalls muss der Planet deine Fleischeslust ja auch irgendwie stemmen. Dass dabei die Umwelt baden geht … völlig egal, wenn das der Rest, dem du den Planeten eines Tages überlässt, nicht stemmen kann. Ist das nicht viel kurzsichtiger?

  11. 11 reinald 20. März 2017 um 22:34 Uhr

    SorrY aber es ist besser das du gehst. Nur weil es etwas gibt das dir nicht gefällt heißt nicht das du recht hast. Back dir deine Partei.

    Antwort/Ryk: Bei derlei erschlagendem Inhalt finde ich es auch besser, gegangen zu sein.

  12. 12 Reuschel 21. März 2017 um 3:58 Uhr

    „Endlich“ mal Einer, der den Hintern in der Hose hat, diese einzig noch existierende Friedenspartei im Land öffentlich zu verlassen. Wird ja auch Zeit! Ich dachte immer, dass gibt’s nur in der AFD, der SPD und bei der CDU! Dass auch die Linken eine völlig normale Partei mit all ihren inneren Widersprüchen dieser längst kaputten Gesellschaft sind, kann sie mir eigentlich nur sympathischer machen. Wo kann man einen Aufnahmeantrag stellen?

    Antwort/Ryk: Was Oliver Förste sagt.

  13. 13 Oliver Förste 21. März 2017 um 9:43 Uhr

    Herzlichen Glückwunsch zu deinem Austritt!

    Ich habe DIE LINKE auch vor einigen Monaten verlassen, meinen Sitz im Rat der Landeshauptstadt Hannover mit zur Partei Die PARTEI genommen und gemeinsam mit einem Ratskollegen die Fraktion Die FRAKTION gegründet. Im Rat mischen wir die Etablierten kräftig auf.

    DIE LINKE in Hannover ist unter der Führung des Querfrontlers und Stalinisten Diether Dehm mittlerweile intellektuell total ausgeblutet und stimmt im Rat meist mit der AfD. Mein Freundeskreis wählt inzwischen überwiegend stattdessen Die PARTEI (7,4 % in meinem Kommunalwahlbezirk). Die PARTEI hat in der Region Hannover heute genauso viele Mitglieder (etwa 450) wie DIE LINKE.

    Die politisch links engagierten Azubis und Studierenden engagieren sich inzwischen in meiner neuen PARTEI. Der Altersschnitt liegt unter 30 statt über 60 wie bei der LINKEN. Das politische Profil ist eindeutig links und antirassistisch.

    Ich wünsche der rechtslastigen muffigen LINKEN in Niedersachsen viel Spaß beim Aussterben!

    Antwort/Ryk: Erfrischend. DIE PARTEI habe ich mir auch überlegt, jedoch hab ich regional ab und an das Problem, dass es doch hin und wieder ganze Regionen gibt, in denen DIE-PARTEI-Mitglieder den eigentlich progressiven Humor Sonneborns nicht so ganz schnallen und stattdessen manchmal Gefahr laufen, sich in reaktionären Ressentiments zu erschöpfen, als den fortschrittlichen Charakter von weiten Teilen der PARTEI zu untermauern. Gibt aber auch recht positive Beispiele … der Bundestagskandidat aus Karlsruhe ist da so ein Geheimtipp von mir.

  14. 14 xadyn 21. März 2017 um 21:48 Uhr

    Lustig dass du selbst gar keine revolutionäre Kritik hast, sondern dich an moralischen Kategorien langhangelst. Grundsätzlich findeste ne linke nicht-revolutionäre und sozialpartnerschaftliche Partei ja gut, aber solche Verfehlungen?? Nee das geht nicht. Da biste dir zu fein für.

    Versteh mich nich falsch, niemand muss oder sollte Partei für DIE LINKE ergreifen. Es ist nicht die Partei des Proletariats, es ist keine revolutionäre Partei, also weg damit. Dass deine Kritik dem nicht gerecht wird – das kann sich ja (hoffentlich) noch ändern.

    Antwort/Ryk: Richtig! Ich definiere meine Standpunkte nicht anhand einer reinen Lehre, verstehe aber, wenn Leute das tun.

  15. 15 Michael Schruba 22. März 2017 um 12:23 Uhr

    Gratulation,

    auch ich habe der PDS / Linkspartei meinen Rücken gekehrt, aber das schon viel eher, nämlich 2006. Ich mag es nicht, wenn ich für Frieden, gute Familienpolitik und vernünftige Integration stehe, das man mir einen Maulkorb anlegt, sondern ich möchte sagen was ich fühle und denke. Ich stand immmer für ein internationales und friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft. Ist es Kindfern und ihren Familien fair gegenüber, Elterngeld und Kindergeld voll anzurechnen ? Wofür bekommt man es überhaupt ? Damit die Kinder zum guten Schluss mit genauso wenig Bildung, Kleidung und manchmal sogar Essen da stehen, wie mit ALG 2 (Hartz 4). Maulkorbpflicht sollte bei den agressiv gezüchteten Tieren bleiben, wofür die Tiere selbst nicht einmal was können, denn der Agressor ist der Mensch am anderen Ende der Leine.

    Ja die PDS/Linke stand für mich anfangs als eine Partei für den kleinen Menschen, aber auch hier hat sich das Blatt gewendet und auch in diesen Reihen gibt es radikalen Abbau, statt Aufbau.

    Schade, ich habe damals mit meinem Einsatz als Ortssprecher und auch Landtagskandidat erhofft, mit dieser Partei Änderungen zu schaffen.

    LG

  16. 16 Marianne 22. März 2017 um 14:42 Uhr

    Ist an mir vorbeigegangen: Was hat Lafontaine denn Rassistisches gesagt?
    Hab ich nicht mitbekommen, auch keine homophoben Äußerungen aus der Linkspartei.
    Soll keine Kritik an oben Gesagtem sein, interessiert mich wirklich.

    Antwort/Ryk: Lafontaine rühmt sich seit einiger Zeit damit, dass er 1993 – als er noch Mitglied der SPD war, das Asylrecht verändert, also eingeschränkt hat. Mit dem Artikel 16 a des Grundgesetzes geschah dies. Damit diese Grundgesetzänderungen vorgenommen werden konnten, musste jemand die SPD auf Linie bringen, damit diese der Änderung zustimmt. Das war maßgeblich Lafontaine bei der Petersberger Wende. In diversen Interviews rühmt er sich seit einiger Zeit damit, dass er heute wieder genau so handeln würde wie damals, d.h., das Recht auf Asyl weiter einschränken. Das hat er damals gemacht, um die rechten Ausschreitungen – vor allem im Osten Deutschlands, die ihren traurigen Höhepunkt in den Pogromen von Hoyerswerda 1991 und Rostock-Lichtenhagen 1992 den brennenden Geflüchtetenunterkünften ihren traurigen Höhepunkt fanden. Für mich die Message: „Wenn es Übergriffe von rechts gibt, muss man dafür sorgen, dass so viele ‚von den anderen‘ gar nicht erst kommen.“

    Ich bin kein Internationalist, ich bin Antinationalist, das heißt, dass ich das Konzept Nation aus ethischen Gesichtspunkten heraus ablehne und nach einer Welt strebe, in der möglichst alle Menschen globale Bewegungsfreiheit genießen. In ein Land wird man ohne eigenen Einfluss hineingeboren, mit Privilegien und Diskriminierungsmechanismen, die aber noch mal individuell verschieden sind.

    Google mal Sachen wie „Lafontaine Zeit“, „Lafontaine Flüchtlinge“, da stößt du auf genug Artikel, die ich an dieser Stelle nicht verlinken will. Jüngst tat er sich mit Äußerungen hervor, wonach denen, die kommen, Angebote gemacht werden sollten, wieder zu gehen, und wer nicht gehe, müsse eben zurückgeführt werden – als ob man Oskar nicht zu viele Leute mit dunklerer Hautfarbe als seiner eigenen zumuten könne. Diese Pressemeldungen sind leider keine

    Ich selbst habe regelmäßig Freunde zu Besuch, die geflüchtet sind, für die ich mich auch einsetze, weil es eben genau so großartige Menschen sind wie jede*r andere auch – warum sollte man die wegschicken? Rechten kann ich auch nicht abschieben, obwohl ich finde, dass sie komische, menschenverachtende Ansichten haben und zu fragwürdigen Handlungen neigen. Gleichbehandlungsprinzip: Alle Arschlöcher bleiben oder gar keins. Beziehe ich Position als Humanist oder zahle ich Beitrag für etwas, das Lafontaines Positionen als „links“ verkauft? Ich war gezwungen, mich zu entscheiden.

    Interessanter Randaspekt: In Zeitungen, die rechts(konservativ) verortet sind, findet Lafo grundsätzlich Zuspruch in den Kommentarspalten von zahlreichen Petry-Höcke-Fans. Das ist auch auf Facebook zu beobachten, dass Leute die linke Szene komplett ablehnen, aber Wagenknecht und Lafontaine geliked haben und zugleich zahlreiche Verschwörungstheorien klasse finden – und von deren AfD-Affinität möchte ich gar nicht erst anfangen. Zufall?

  17. 17 reinald 22. März 2017 um 23:58 Uhr

    Nimm dich doch nicht so wichtig
    Oskar und du auf einer Ebene wie lächerlich. Und ein Post „Fuck you Linkspartei“ und dann „Liebe Partei die Linke“ wie krank bist du denn.

  18. 18 Gabriele Roth 23. März 2017 um 9:12 Uhr

    Genau so denke ich auch. Ich arbeite freiwillig und ohne Bezahlung in der Flüchtlingsarbeit und da wundere ich mich über manche Aussagen linker Politiker. Die Wahl in diesem Jahr wird für mich deshalb schwer. Werde Die Partei wählen.

  19. 19 Jens 24. März 2017 um 0:56 Uhr

    Hallo allerseits auch wenn ich denke, dass dieser Brief nicht veröffentlicht wird, schreibe ich trotzdem. Es ist Blödsinn aus der Partei auszutreten, wenn man mit der General Linie nicht einverstanden ist. Denn sage ich mal so, ich bin mit vielen was da passiert nicht einverstanden, aber deswegen aus der Partei auszutreten warum! Ein besserer Weg ist einfach dabei zu bleiben, und sich eben auch der Meinung enthalten. Finde ich besser als auszutreten und damit dass und die einzige Partei die in etwa noch einigermaßen geht zu verlassen und damit auch zu schwächen. Das heißt für mich, das eigentlich Ich ist höher gewertet als das allgemeine. Das sind die üblichen Methoden mit denen Systeme sich ihrer Gegner erwehren. Was hat wenig bestand noch weniger Zukunft oder hat irgendeine Art von Bedeutung. Darum denke ich macht es gut liebe Leute und freut euch dass ihr euren Willen über alles gestellt haben

    Antwort/Ryk: Nein, wäre kein besserer Weg gewesen. So habe ich zumindest mal eine Debatte bei einigen Leuten angestoßen. „Blödsinn“ ist aus meiner Sicht, einfach alles hinzunehmen, was einem vorgesetzt wird. Ich habe einen gesellschaftlichen Veränderungsanspruch, dem DIE LINKE aus meiner Sicht nicht mehr gerecht wird. Daher habe ich mich entschlossen, ohne sie weiterzumachen und öffentlich zu begründen, weswegen ich keine Lust mehr habe.

  20. 20 Jens 24. März 2017 um 1:05 Uhr

    Ich will noch etwas schreiben allein diese Titel Überschrift ist völlig unpassend. Es ist ehrlich gesagt erschreckend wenn ich lese dass in Bayern ebenso eine aggressive und hasserfüllte Stimmung ist. Ich habe noch nichts gehört davon dass Leute die Autoreifen aufgestochen werden bloß weil sie eine politisch andere Meinung haben. Wer so handelt ist verliebt sie ziert sich selbst. Das Wichtigste am Mensch sein ist die andere Meinung sich anzuhören und auch wenn man die nicht teilt so akzeptieren. Alles andere ist primitiv ich muss sagen ich habe viele Reden und Vorträge im Fernseh gesehen und gehört, und eben auch vieles gelesen darüber. In allen Punkten die ich bis jetzt gesehen habe gehört habe gelesen habe, ist keine so fantastisch wie Sahra Wagenknecht oder Gizeh oder wie die anderen von den Linken heißen. Von allen Politikern die es überhaupt sehe oder höre sind das meiner Meinung nach die einzigsten die tatsächlich ehrlich sind und auch zu sich selber stehen. Oscar kenne ich nicht soweit aber ich kann in die Augen von Gizeh sehen und in die Augen von Sarah und ich sehe ehrliches und anständiges würdevolles bemühen um die Wahrheit. Um Erkenntnis gewinn. Als ich eingetreten bin in die Partei, hat gisy deutlich gemacht dass sie in der Berliner Partei dramatische Fehler gemacht haben. Und zum anderen sage ich mal, die Linke ist die einzige Partei die sich tatsächlich zu ihrer Vergangenheit beginnt. Bei den anderen Parteien in Deutschland welcher Couleur auch immer Komma sobald ich an die Fragen des Dritten Reiches,, höre ich hauptsächlich ein sinnloses Geschwafel. Ich will damit sagen, auch wenn die Partei DIE LINKE in der Fragen bzw in den fragen was Asylpolitik betrifft, komplett und 100% daneben liegt, kann ich doch in allen Fällen immer sehen ein ehrliches Bemühen um Erkenntnis. Es steht weniger das Machtgefüge im Vordergrund wie bei den anderen Parteien, sondern ehrliches Bemühen. Solche klaren Worte wie von Sarah Wagenknecht habe ich, noch bei keiner anderen Partei jemals gehört.

    Antwort/Ryk: Na ja, Wagenkecht erzählt auch viel Mist, Gregor Gysi muss ich ebenso in einigen Punkten widersprechen. Wenn du meinst, dass DIE LINKE in ihrer programmatischen Ausrichtung beim Thema Geflüchtete einhundertprozentig falsch liegt, halte ich entgegen, dass Wagenknecht und Lafontaine nicht falscher liegen könnten.

    Begründung: Die Perspektive, die vorgetragen wird von den beiden ist immer eine, die Wähler*innen zufriedenstellen soll. Jene rassistischen Wähler*innen wählen aber das rassistische Original, also die AfD, weil sie von Lafontaine in Wagenknecht in ihrem Rassismus bestätigt werden und durch die AfD damit in ihrer Gesamtheit.

    DIE LINKE hat die einmalige Chance verpasst, geflüchtetenfreundlichen Menschen eine menschenfreundlich eingestellte Perspektive unumschränkt zu kommunizieren, also eine, die mit den Geflüchteten selbst auch noch die Perspektive jener einbezieht, die vom globalen Kapitalismus aufs Härteste getroffen werden. Da reden wir nicht von schlechten Bahnverbindungen, da reden wir von härtester Existenz und zerbombten Straßenzügen. Nur weil ein paar Menschen ein paar Turnhallen abtreten müssen und fürchten, dass ihre Kids halt keinen Sport mehr machen, ist das keine Perspektive, die die Menschheit als Ganzes einschließt, sondern Partikularinteressen gegen die Interessen eines globalen Allgemeinwohls ausspielt. Niedere Beweggründe eigentlich.

    Geflüchtete werden ohnehin bei allem unter Generalverdacht gestellt, deren Perspektive wird nicht einmal gehört (wie viele Geflüchtetenaktivist*innen kennst du?). Wie kann also die Position von Wagenknecht als „ehrlichste“ bezeichnet werden?

    Ich möchte damit klarstellen: Jede Menschenrechtskonvention, die irgendwann einmal unterzeichnet wurde, ist komplett für den Hintern, wenn Menschenrechte nur auf jene angewendet werden sollen, die in der Eigen- und Fremdwahrnehmung als „europäisch“ oder „amerikanisch“ gelten, d.h. am besten nur auf die Leute angewendet, die nach der eigenen Wahrnehmung die Demokratie mit dem Löffel gefressen und mit der Muttermilch aufgesogen haben.

    Es heißt Menschenrechte, das schließt alle ein, fertig. Bemühen wir uns also um den Ausbau der Menschenrechte aller statt darum, die Privilegien Einzelner zu schützen, indem wir Grundrechte für eine beliebige Gruppe von Menschen beliebig einschränken. Das hat nämlich auch zur Folge, dass die wenigen Rechte, die du selbst hast, irgendwann eingeschränkt werden können, weil du zufällig per Definition einer diskriminierten Gruppe zugerechnet wirst. Diese Sichtweise ist eine Normalität, mit der ich mich nicht anfreunden kann und will.

    Nicht ohne Grund ist diese Überschrift gewählt, da diese Denkweise nämlich derzeit in vielen Köpfen dominiert. Was ist eine LINKE wert, die dasselbe kommunizieren und sich gefallen lässt? Richtig: Nichts!

  21. 21 Der Bernd 24. März 2017 um 2:58 Uhr

    Bei allem Verständnis für einzelne Punkte, hört sich das aber auch sehr nach Mimimi an. So: „Mennö, dass nicht alle alle alle, alles so sehen wie ich das will – und zwar sofort.“
    Mit solch einem dünnen Fell hat der Autor in Politik eh nichts verloren. Besser zurück in eine schöne kleine Peer-Group, in der alle schön der gleichen Meinung sind und voll perfekt und wo Mensch sich ungestört über all die anderen Spacken die irgendwie anders (also de Facto unerträglich FALSCH tm) denken, aufregen kann. Belastbare Dialogfähigkeit mit Andersdenkenden ist scheinbar zu schwach ausgeprägt. Schade, daß die Protagonisten der wirklich klugen Ideen immer so dünnhäutig sind und ohne ausgedehnte „save spaces“ keinerlei nutzbaren Frei- und Entfaltungsraum gemeinsam/gleichzeitig mit den weniger Klugen zu nutzen imstande sind.

    Antwort/Ryk: Nein, einfach nein. Ich erwarte gar nicht, dass alle Linken restlos begeistert sind bei allen Ideen, die ich so äußere. Dazu weiß ich, dass ich den Menschen zu viel abverlange. Wenn ich allerdings merke, dass nicht zwanzig oder dreißig, sondern 85 Prozent im Argen liegen, sehe ich nicht ein, weswegen ich noch Beitrag zahlen sollte dafür, dass sich die Parteispitze grundsätzlich konträr zu allem äußert, was eine linke Partei doch ausmachen sollte. Geld- und Zeitverschwendung. Ich bin nicht bereit, so etwas weiter zu alimentieren.

    Ich selbst bin derzeit in Gruppen aktiv, in denen ich ziemlich viel mit Leuten aus Gambia zu tun habe. Meinst du, dass die restlos westliche linke Ideen uneingeschränkt geil finden? Natürlich stößt man bei der ein oder anderen Idee erst mal auf Widerspruch, aber es ist ein solidarischeres Miteinander als in einer Linkspartei, die Rassismus in ihren Funktionärsebenen nicht nur auf die leichte Schulter nimmt, sondern auch noch deckelt.

    Btw: Menschen als „Spacken“ zu bezeichnen ist wirklich keine „coole“ Beleidigung.

  22. 22 Ehemaliges Mitglied aus Bayern 24. März 2017 um 9:29 Uhr

    @ reinald

    Darf an Oskar keine Kritik geäußert werden ?
    Er hat sich in fast jeden Punkt komplett unterschiedliche Meinungen vertreten.

    Das einzige Konstante ist beiIhm Einschränkung
    des Asylrechts und Obergrenzen. Obergrenzen für DDR-Bürger,
    Obergrenzen für Russendeutsche/Aussiedler, Asylbewerber/Flüchtlinge.

    Selbst die Zahl 200.000 pro Jahr ist von ihm, das waren die Obergrenzen für DDR-Bürger un Russendeutsche/Aussiedler.

  23. 23 du willst doch zu den grünen 25. März 2017 um 16:51 Uhr

    du dumme pomofotze

    Antwort/Ryk: Selbstredend.

  24. 24 Ehemaliges Mitglied aus Bayern 25. März 2017 um 20:55 Uhr

    @Jens
    In der Linke Bayern ging und geht nie es um Inhalte
    oder unterschiedliche Meinungen, sondern
    um Pöstchen und Macht.
    Den Haufen kann man getrost als Beutegemeinschaft bezeichnen.

    Da ich mit diesen Menschen keine Schnittmengen besitze,
    bin ich ausgetreten.(Und ich bin nicht der einzige).

    Mir ist die Zeit zu schade, mich einer rechtsradikalen
    kriminellen Gang (nichts anderes sind Klaus Ernst &Co)
    um einen toten Landesverband zu streiten.

    Dass bringt mich meinen Ziel Sozialer und Linker Politik
    keinen Zentimeter weiter.

    Als Kreisschatzmeister und Delegierter des Kreisverbandes
    habe ich wahrlich genügend Einblick in die Linke Bayern bekommen.

    Wobei wir ohne den Bundesschatzmeister Raju Sharma
    nie erfahren hätten, was in der Linke Bayern finanziell
    abgeht. Der Landesvorstand/Landesschatzmeister haben sich
    strikt geweigert, offen zu legen, was mit dem ganzen
    Geld passiert.

    Die Art und Weise, wie Raju Sharma am BPT 2014 abgesägt und unterstellt wurde, er hätte in die Kasse gegriffen, war einfach nur bodenlos.

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